“Ursprünglich wurde Kunst von einer Minderheit für eine Minderheit gemacht. Dann wurde es zur Kunst einer Minderheit für die Mehrheit, und jetzt stehen wir am Anfang eines neuen Zeitalters, in dem Kunst das Vorhaben einer Mehrheit für die Mehrheit ist.”
Und dieses Vorhaben setzte der venezolanische Dirigent, Komponist und Ökonom José Antonio Abreu gleich in die Tat um, als er in den 70ern ein unglaubliches Projekt ins Leben rief: es wurden Musikzentren in den Barrios von Caracas gegründet, um vor allem Kinder aus den Elendsvierteln von der Straße zu holen. Mittlerweile gibt es in ganz Venezuela über 270 vorwiegend staatlich finanzierte Musikzentren, 300.000 Kinder und Jugendliche spielen ein Instrument, das ihnen kostenlos zur Verfügung gestellt. Im Vordergrund steht vor allem eins: die Gemeinschaft im Orchester. Kinder ab 2 Jahren (da scheissen noch viele in die Windel), Behinderte, Jugendliche im Knast- keiner wird ausgeschlossen. Der gleichnamige Film “El Sistema” erzählt von diesem außergewöhnlichen Projekt, begleitet die Kinder und das renommierte Jugendorchester “Simón Bolívar”. Dabei entstanden ist eine wirklich lustige, interessante und herzerweichende Dokumentation mit venezolanischem Rhytmus und Charme.
El Sistema
Der Film wird regelmäßig bei arte gezeigt.