Tagsüber sind Parks, mehr oder weniger, schöne grüne Oasen, die einen vor allem in Metropolen wie z.B Stuttgart, zur Ruhe kommen lassen. Nachts jedoch entwickeln sie sich zu unberechenbaren, angsteinflössenden und nicht wirklich empfehlenswerten Orten.

Dies stellte auch der japanische Fotograf  Kohei Yoshiyuki bei einem nächtlichen Spaziergang durch einen  Park in Tokyo fest. Denn was er entdeckte, faszinierte ihn so sehr, dass er die nächsten zwei Jahre damit verbrachte, nachts durch Parks zu ziehen um mit seiner Infrarotkamera so einige halb pornografische Bilder zu schiessen. Nacht für Nacht zog es Paare zu sexuellen Aktivitäten in die Parks, was für manche ja vielleicht nicht so verwunderlich ist. Jedoch zog dies auch genauso viele Voyeure an, die sich auf dem Boden kauernd am nächtlichen Treiben vergnügten.

1979 stellte Kohei Yoshiyuki seine schwarz-weißen Errungenschaften in der Komai Galerie in Tokyo aus. Die Bilder wurden in Lebensgröße gedruckt, die Lichter der Galerie ausgeschalten und jeder Besucher bekam eine Taschenlampe. Yoshiyuki wollte dadurch die Dunkelheit des Parks und das damit verbundene Gefühl nachstellen. 1980 kam dann ein Bildband mit dem Namen “The Park” auf den Markt. Kurz darauf war Yoshiyuki in aller Munde. Yoshiyuki selbst behauptet von sich, kein Voyeur zu sein, jedoch seien Fotografen wohl immer auch irgendwie Voyeure.

Seine Arbeiten findet man heute sowohl im MoMa in New York, aber auch im Museum of Contemporary Photography, Chicago.