Was an News aus Mexiko nach Europa rüberschwappt sind meist Horrornachrichten: Massaker an 72 Zentralamerikanern, die auf der Durchreise in die USA waren, einer der meistgesuchten Drogendealer “la Barbie” festgenommen und so weiter…Dass die Tage wohl die fetteste Party überhaupt hier stattfindet, wird in den deutschen Medien wenig beachtet. Denn in der Nacht vom 15. auf den 16. September wird in Mexiko die 200 jährige Unabhängigkeit von Spanien gefeiert. Die tatsächliche Unabhängigkeit von der Kolonialmacht kam zwar erst gute 10 Jahre später, aber in dieser Nacht auf den 16. September hat der Priester Miguel Hidalgo mit dem “Grito de Dolores” den Kampf für ein unabhängiges Mexiko eingeläutet. Dieser “Schrei” wird jedes Jahr vom jeweiligen Präsidenten in Ehren an Hidalgo nochmal ausgerufen.
Natürlich war seit Semesterbeginn das Thema auch an der Uni omnipräsent, wobei sich dort die Hysterie in Grenzen hält und sich kritischer mit dem Feiertag an sich, aber auch mit der ganzen Inszenierungen auseinandergesetzt wird. Wenn man sich auf der Straße umschaut wird jedoch eins klar: die Leute haben Bock auf Parteeyy!

Das Land ist seit Tagen im grün-weiß-roten Ausnahmezustand, viele der Jungs züchten seit Wochen Schnauzbärte und Uni findet zwar heute eigentlich noch statt, aber kein Mensch geht hin weil die Straßen so verstopft sind. Und sorry, ich brauch normalerweise schon 1,5 Stunden zur Uni One Way….mehr geht echt nicht.
Ich als Ausländerin betrachte das ganze gespannt von außen, auch wenn vor allem der Flaggenkult für mich sehr befremdlich ist, und widme mich heut lieber den Feierlichkeitsvorbereitungen “zu Ehren” der Unabhängigkeit Mexikos, natürlich rein aus wissenschaftlichen und investigativen Gründen, versteht sich.